Das Riesenrad von Märklin - Nachbau mit Meccano   (Bulletin 47/2001)
von  Bruno Mühlethaler, AMS
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lm Bulletin No.46/01 haben wir unter dem Titel "Empfehlungen für den Nachbau des Modells" Vorschläge für den Bau eines vereinfachten Modells gemacht; dies unter Wahrung des wuchtigen Gesamteindruckes vom Originalmodell. Dieses war in nicht ganz fertigem Zustand an der "Suisse Toy" zu sehen. Daselbst wurde eine äquivalente Version in Meccano-Ausführung vorgestellt. Sie wurde auf für eben diese Berner Ausstellung gebaut. Die benötigten Sortimentsteile sind dem vorliegenden Bericht angefügt ist. Einige Spezialteile wurden vom Verfasser anderweitig beschafft oder selbst angefertigt, wobei abgeänderte Sortimentsteile blau gespritzt wurden.

Es ist nicht beabsichtigt, für dieses dauer­betriebstaugliche Modell eine akribisch abgefasste Bauanleitung zu liefern. Interessierte werden ohnehin mit dem ihnen zugänglichen Material Änderungen oder Verbesserungen, also eigene konstruktive Lösungen finden. Somit geben wir einige sicher nützliche Hinweise:

Auf das Grundbrett, eine Tischlerplatte, 85 cm lang, ca.40 cm breit und 16 mm dick, wird nach dem Behandeln mit "Holz­ Tiefgrund" und Flüssigwachs zuerst mit Abstand von 10-12 cm von der Vorderkante ein Basis-Verbindungsteil, bestehend aus zwei 25- Loch Winkelträgern, in der Mitte mit einem 15-Loch Winkelträger überlappend verbunden, mit den Langlöchern aufwärts gerichtet, festgeschraubt. Gleichzeitig wird ein zweites solches 59-Loch Basisteil angefertigt, aber vor­ erst beiseitegelegt. Nun werden am bereits montierten Basis-Verbinder je ein 49-Loch Winkelträger (endständig mit ihren Langlöchern) lose angeschraubt und diese zuoberst mit einem 13-Loch(!) Winkelträger so verbunden, wie in Abb. 1 zu sehen ist. Beidseitig je 5 Loch nach innen versetzt, werden zwei weitere 49-Loch Winkelträger parallel angeordnet und mit 6-Loch Flachbändern zu steifen Gitterträgern gestaltet, wobei darauf zu achten  ist, dass das Mittelloch des 13-LochWinkelträgers genau senkrecht über dem Mittelloch des Basisteiles zu stehen kommt (!). Das Ganze wird nun, wie die Pfeile in den Abb. 2 und 3 zeigen, versteift und unten mit der Basis verschraubt (die mit 0 markierten Pfeile in Abb.2 weisen auf eine für den Transport angebrachte Radsperre hin). Nun wird die gleiche Konstruktion über dem zweiten bereits angefertigten Basis­ teil aufgebaut, und ebenfalls beiseitegelegt.

Nächster Schritt (siehe Abb. 4): Drei abgewinkelte Platten No. 52 werden so miteinander verbunden, dass die Innenseiten ihrer Flanken aufeinanderliegen. Sie werden unten mit einem 15-Loch Flachband und oben, drei Loch tiefer, mit einem 15-Loch Winkelträger versteift. Dieses Bauteil wird zweimal angefertigt. Nun wird nochmals ein solches Paar gebaut, wobei der Winkelträger durch ein gleichlanges Flachband ersetzt wird.

Diese Teile werden nun auf jeder Seite spiegelbildlich an die Gitterträgerholme definitiv angeschraubt , alsdann wird das früher vorbereitete Gitterträger-Dreieck rückseitig an die Platten, sowie am Grundbrett festgeschraubt.

Als nächstes folgt der Bau der breiten seitlichen Gitterträger. Gemäss Abb. 4 und 5 werden wiederum 49-Loch Winkelträger oben und unten mit je einem 15-Loch Winkelträger verbunden. Deren Mittellöcher sind durch ein doppelseitiges 49-Loch Flachband No. 103r verbunden, wobei aus Symmetriegründen je am Ende ein mittleres Loch zu stanzen oder zu bohren ist (siehe Pfeil in Abb.4). Die Verbindung der Gitterträger mit dem Gitterträger­ Dreieck erfolgt oben und unten an dessen Aussenholmen mittels je zweier 25-Loch Winkelträger. Es ist darauf zu achten, dass die 49- Loch Holme oben an den Platten No.52 zwei Loch überlappend angeschraubt werden, damit die Gesamtlänge 58 Loch beträgt. Wer sich diese 25-Loch Winkelträger sparen will, kann mehrere kurze Winkelträger verteilt anbringen. Die beiden Architrave No.108 mit ihren unteren Fortsätzen sind aus optischen Gründen da, jedoch statisch nicht erforderlich. Für die Diagonalverstrebungen siehe Abb.5; es sind hier 9-Loch Flachbänder gewählt worden. Das in der Mitte der Basis stehende "Trafogehäuse" mag der Nachbauende nach seiner Fasson gestalten.

Es folgt die Beschreibung der Plattform mit Achslagern und Turmaufbau:
Abb.6
zeigt die Auslegeordnung der verwendeten Teile. Die Lagerböcke für die Aufnahme der Kugellager mit 8 mm Bohrung sind aus Flacheisen gearbeitet (L). Sie kommen zwischen je zwei der abgeänderten festen Platten (P) zu liegen, dies nach Einsetzen und Schmieren der Kugellager. Die so erhaltenen "Pakete" werden an der mit Pfeil L bezeichneten Seite angeschraubt, und - wie Abb.7 zeigt - mittels einer Gewindestange so verspannt, dass die 8 mm Achse auf die Dauer (!) mit minimaler Reibung drehen kann. Für den Antrieb der senkrechten, im Turm gelagerten normalen Achse wurden zwei Kegelräder (Stokys) gewählt. Das eine wird nach Ausdrehen seiner Nabe mit einem Buchsenrad mit 8 mm Nabenbohrung (Exacto) verschraubt, in Abb. l eben noch sichtbar. Die Kugellager können übrigens in der Schweiz auch als SKF-Fabrikate, fertig in Lagerböcke eingelassen, bei der Fa. Kull-Laube AG in 5430 Wettingen gekauft werden.

Abb.8 und 9 zeigen den Aufbau des Turmes mit dem Laternenboden. Man kann sich hier im Prinzip an das im Bulletin 46 (Seite 7 und 8) für die Märklin-Version beschriebene Vorgehen halten. Doch möge der Nachbauen­ de hier sein konstruktives Talent ins Spiel bringen. In Abb. l0 ist die rotierende Deckel­ platte für die Laterne zu sehen. Auch für deren Gestaltung möge das im Bulletin 46 unter "Empfehlungen für den Nachbau des Modells" Gesagte gelten.

Der Elektrische Teil - Beleuchtung und Speisung der Lokomotive:
Beim
hier beschriebenen Modell sind zwei Gruppen von je 12 Glühhirnehen mit 0.15 Amp. Stromverbrauch bei 19 Volt Wechselspannung vorgesehen. Da der Stromrücklauf über die Masse des Rades und der Gitterträger an die Stromquelle erfolgt, sind zwei Zuleitungen an den in Abb. 7 gezeigten Kollektor, bzw. an die Kontaktschleiffederbrücke zu führen. Für die Speisung wurden zwei im Trafohäuschen untergebrachte Trafos mit folgenden Daten gewählt: Art. Nr. 35 10 13, Bezeichnung: EI 78/40,5/108 VA. Diese Trafos weisen zwei Wicklungen auf, die parallel geschaltet wurden, um deren Belastung im Dauerbetrieb in Grenzen zu halten. Lieferant dieser Einphasen-Netz Trafos ist Distrelec AG, 8606 Nänikon. Die Beleuchtung der Laterne geschieht mit zwei 15 Watt Glühlampen in Bakelit Fassungen direkt ab Wechselstromnetz, siehe
Abb.9.

Wie Abb. 7 zeigt, besteht der am Rad befestigte Kollektor aus einer Isolierplatte mit vier mittels Araldit konzentrisch aufgeklebten, völlig planen Ringen aus 4 mm Kupferdraht. Zwei davon dienen der Stromzufuhr für die Lämpchen, die andern beiden der Speisung der Lokomotive (getrennt von der Beleuchtung). Zum Betrieb der Lokomotive, die auf Flex Geleisen läuft, wurde ein Standard-Gerät, bestehend aus Trafo und Geschwindigkeitsregler, gewählt. Die Lokomotive läuft mit 6-12 Volt Gleichstrom. Die feststehenden Kontaktfedern sind aus dünner Federbronze gearbeitet.

Die Lokomotive, eine R.782 "Smokey Joe" Cl. OF, ist ein Dampflok-Typ 0-4-0, geliefert durch Fa. Aeby, Englische Modellbahnen, 8633 Wolfhausen/ZH.

Das Rad: Für den Bau wurde das im Bulletin No. 46/01 auf Seite 7, bzw. 8 Gesagte sinn­ gemäss auf Meccanoteile übertragen. Dazu aber noch einige Bemerkungen:
Es
war darauf zu achten, das Endgewicht möglichst niedrig zu halten! Wir sparten bei den Zierteilen! Da der Radkranz mit 7-Loch Flachbändern ohne endständige Langlöcher gebaut wurde, ergab sich eine geringfügige Abweichung beim Durchmesser des Rades, verglichen mit dem Vorbild. Im Nachhinein fanden wir, dass die Radlagerung hätte verbessert werden sollen: Wenn eine 8 mm Achse gewählt wird - wir taten dies, damit vorhandene Exacto Buchsen Räder genutzt werden konnten - sollte die Speichen­ ebene als Hauptbelastungsebene so nahe als möglich am vorderen Achslager (Kugellager) liegen. Das hätte aber zur Folge, dass für den Kollektor eine andere Konstruktion vorzusehen gewesen wäre, wie dies in Abb. II gezeigt wird und bei einer weiteren Version einer lokgetriebenen Maschine inzwischen verwirklicht wurde. Diese Anordnung bedingt jedoch eine Verlängerung des Achslagerteils d.h. das vordere Kugellager muss um 3-4 Loch über die Plattform hinaus zu stehen
kommen.

Liste der Einzelteile: Da während des Baues Änderungen, bzw. Verbesserungen vorgenommen wurden, weicht die Anzahl der verarbeiteten Teile gegenüber der hier wieder­ gegebenen, auf  Grund der Konstruktion auf dem Papier ermittelten Teilezahl geringfügig ab. Die Liste gibt dennoch einen Eindruck des Aufwandes für ein Modell dieser Grösse.

 

Das Meccano Riesenrad
Nachbau des Märklin Riesenrades

Bild 1    

Bild 2    

Bild 3   

Bild 4   

Bild 5   

Bild 6   

Bild 7   

Bild 8   

Bild 9...

Bild 10

Bild 11

 

Bild 12

Stückliste

No.

Stückzahl

No.

Stückzahl

No.

Stückzahl

Spezialteile

Stückzahl

I

30

9d

6

90a

48

Kugellager 25/8 mm (SKF)

2

la

6

9e

8

103c

6

Lagerböcke 65x40x8 (mm)

2

Ib

20

9f

1

103d

2

Achse 400/8 (mm)

1

2

24

11

1

103f

6

Kegelräder 38 mm Stokys

2

2a

62

12

21

103r

2

Welle 400/4.06 (mm) Dinten

I

3

100

12b

13

108

4

E-14 Glühbirne 15 W

2

4

70

12c

30

109

1

E-14 Fassungen

2

5

42

24b

1

11I

23

3fach Steckdose

I

6a

4

37ab

955

I llc

30

Netzschalter Aufputz

I

7

12

38

50

126a

10

Fassungen 10 mm

24

8

30

40

24 m

146

1

Kleinglühbirnen 19 V farbig

24

8a

6

48a

48

146a

I

Trafo 220/2x18 V/ 108 VA

2

8b

37

51

2

190a

6

Bodenbrett 85x40x l.6 (cm)

1

9

2

52

12

191

6

Kollektor gemäss Text

1

9a

6

53

2

215

20 modif.

Federbronze gemäss Text

4

9b

8

53a

2

223

48

isol. Draht, Lötösen usw.

 

9c

4

73

4

235g

90