Andreas Abel      (Bulletin 49/2002)
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Das Bulletin gibt ein ausführliches Portrait unseres AMS Mitgliedes.
Hier sind einige seiner Konstruktionen mit seinen Ausführungen aufgeführt

   

 

Der Grund für mich, die Modelle der letzten Märklin-Grossbaukästen zu bauen, war herauszufinden, mit welchen Veränderungen und besserer Orientierung am Original man noch schönere Modelle hätte schaffen können. Am besten ist dies am letzten Themenkasten "La Manche" zu sehen. Dieses Flugzeug, mit dem Blériot als erster über den Ärmelkanal geflogen ist, hätte durchaus ein gelungenes Modell werden können.

Mit einigen Verbesserungen – die wesentlichste Änderung sind die Speichenräder statt der Lastwagenreifen – ist das klobige Modell recht ansprechend geworden. Die Solarzelle habe ich durch Batterien ersetzt. Damals hat kein Mensch an Solarenergie gedacht. Die Bespannung habe ich mit Absicht weggelassen, da zum einen das Flugzeug sowieso nicht fliegen würde und zum anderen die Skelettbauweise für mich immer reizvoll war, da man sehen konnte, wie alles unter der Hülle/Verkleidungsplatte aussieht.

Weihnachten 1994 fragte mich mein Sohn, ob ich nicht Lust hätte, einmal einen Radlader zu bauen. Die Idee fand ich prima und machte mich sogleich an die Arbeit. Zwei Monate später war das Modell fertig. Der Spielwert ist enorm, da nicht nur die spezielle Lenkung interessant ist, sondern das Fahrzeug als Gabelstapler, Schieber und Kran eingesetzt werden kann. Der Radlader hat einen sogenannten Strassengang: nur die Vorderräder sind lenkbar. Dann gibt es einen Krabbengang, hier lenken die Vorder- und Hinterräder parallel. Zum dritten gibt es die Möglichkeit durch Umschaltung des Lenkgetriebes die Vorderräder und Hinterräder gegeneinander zu lenken; damit ist ein sehr kleiner Wendekreis möglich. Der Arm, an dem die Schaufel, die Staplergabel oder ein Kranhaken angebracht wird, ist ausfahrbar.

Mein vorletztes Modell ist ein Beitrag zu Dieter Müllers Wettbewerb, der am 15. September zu Ende gegangen ist. Zuerst ist mir wirklich nichts eingefallen, die Wettbewerbsbedingungen waren auch ziemlich hart, was aber für mich letztlich auch den Reiz ausmachte. Nun war ich viele Stunden am Tüfteln, Wägen (2 kg Gesamtgewicht durften nicht überschritten werden) und ständigen Nachjustieren. Irgendwann habe ich es aufgegeben, mein gestecktes Ziel von 200 Minuten zu erreichen. Der Versuch sollte ja jederzeit wiederholbar sein ­ und schummeln geht gegen meine Schrauberehre. Es war die Aufgabe, die mich gereizt hat, nicht der Preis. Mein Langsammobil kriecht jetzt den geforderten Meter in 166 Minuten entlang, es hat für den 1. Preis gereicht, ich habe mich mächtig darüber gefreut. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass der Zweitplazierte mit 16 Minuten ins Rennen gegangen ist, hätte ich vielleicht bei einer früheren Version mit 145 Minuten die Tüftelei beendet. Andererseits wollte ich aus dem Mobil rausholen was möglich war. Inzwischen habe ich schon wieder eine Idee, die Zeit nochmals hochzuschrauben. Schade, dass nicht mehr Schrauber am Wettbewerb teilgenommen haben. Dieter Müller hat hier viel Mühe und auch Geld investiert, und eine gute Idee ist es allemal, einen Ideenwettbewerb auszurichten.

Das letzte Modell ist wieder einmal ein Riesenrad. 1999, kurz vor dem Ende der Metallbaukastenepoche bei Märklin, war es als Messemodell geplant. Das Rad sollte mit einer Lok Spur I angetrieben werden. Die Idee ist schon alt und von Märklin in einem Schau­modell als "Wunderrad" verkauft worden. Nun liegt mir der Gigantismus eigentlich nicht, hier war es aber das Material, das den Durchmesser des Rades bestimmte. Die 210 cm Durchmesser ergeben sich durch die Doppelloch-Flachbänder. Kürzere hatte ich nicht, dann wäre der Durchmesser kleiner geworden. Die Art der Konstruktion ist eine Machbarkeitsstudie, ob es möglich ist, mit so wenig Material ein doch stabiles Rad zu bauen. Das Gewicht des Rades, ohne Schienen und Lok, beträgt nur 6,3 kg. Dies war 1999 eine Bedingung, da Messemodelle nur ein begrenztes Gewicht haben dürfen. Als Krönung dreht sich dieses Rad um einen Turm. Die wesentlichen Teile, die Lager und das Kegelrad für die 12mm Welle stammen aus dem alten Wunderrad von Märklin (Vielen Dank an Ansgar Henze). Lediglich die Scheibenräder für die Schnuraufhängung mit jeweils 32 Löchern hat mir ein Freund hergestellt. Das Rad ist für den Transport zerlegbar. Eigentlich sind auf der anderen Seite noch zwei Räder für die Spurgrösse H0 und Z geplant, aber dafür müsste ich noch viele Doppelloch-Flachbänder ordern. Zur Zeit sind noch nicht einmal Schienen im Rad. Es dreht sich aber ganz leicht, auch um den Turm. Sechs Radumdrehungen ergeben eine Drehung um den Turm
 

Da ich kein Computerfachmann bin und keine eigene Homepage habe, bin ich richtig froh, dass Markus Schild einige meiner Modelle oder Modellverbesserungen bei sich unter www.metallbaukasten.de untergebracht hat

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