Antrieb von Modellen mittels Magnetkupplungen   (Bulletin 51/2003)

Von Ernst Leuthold, AMS
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Eine weitgehend verschleissfreie Antriebsart lässt sich mittels Magnetkraft erzielen. Diese Antriebsart eignet sich speziell für kleinere und mittlere Modelle sehr gut.

Realitätsnahes Anfahren und verzögertes Anhalten – kein sofortiger Stillstand – bei genügender Schwungmasse ist absolut kein Problem. Daher ist der Magnetantrieb geradezu prädestiniert für drehende "Chilbi"-Modelle (Karussells usw.)! Die Vorteile dieser Antriebsart kommen auch anderen Modellen zu- gute: Ein Blockieren des Modells ist nicht möglich, gerade bei Ausstellungen (Berühren, Manipulieren der Modelle durch Besucher!) ist dies ein Vorteil.

 

1997 brachte Meccano die "Space" - Themenbaukästen auf den Markt. Darin enthalten waren kleine runde Magnete (537a), versenkt in einer schwarzen Kunststoffhülse mit Griff. Ein Verschrauben der Magnete mit den herkömmlichen Meccanobauteilen daher absolut kein Problem. Stark sind diese Magnete nicht, acht Stück auf einem 3"-Schnurlaufrad (19b) montiert, reichen aber ohne weiteres aus, ein weiteres Rad 19b "mitzunehmen", d.h. mitzudrehen, ohne dass die beiden Platten verbunden sind (Abb. 1).

Abb. 1a

 

Einzig die durchgehende Welle stellt die Verbindung dar. Eine Platte ist jeweils mit der Welle fest verbunden, die andere Platte ist lose auf der Welle. Wichtig ist eine gute Lagerung der Platten mittels Buchsenrädern. Der Abstand der beiden Platten bestimmt natürlich auch die Wirkung der Magnetkraft und kann mit Distanzhülsen und U-Scheiben eingestellt werden.

 

Abb. 1b        

 

Neuerdings werden im Internet (z.B.:  http:/www.supermagnete.ch/index.php) Magnete aller Grössen mit einer unheimlichen Kraft angeboten, sogenannte Neodymmagnete. Sie sind sowohl in Scheiben als auch in Kugelform erhältlich. Es braucht einen verhältnismässig starken Kraftaufwand, um zwei "angezogene" Magnete wieder zu trennen.

Verwendet man grössere und stärkere Magnete, lassen sich auch grosse Modelle mit dieser Technik antreiben.

Allerdings ist Vorsicht geboten: Herzschrittmacher, PC-Laufwerke, Disketten, Kreditkarten etc. "ertragen" das starke Magnetfeld unter Umständen nicht! Jede Haftung wird jeweils durch die Lieferanten mittels beigelegten Beipackzettels abgelehnt. Auch Quetschungen sind möglich, der Schreibende hat dies selber schmerzlich erfahren müssen.

 

Abb. 2  

Beim Demomodell (Abb. 2 und 3) mit den zwei Schwungrädern sind acht von den kleinsten erhältlichen Magneten dieser Art eingebaut. Sie sind 1 mm dick, rund und haben etwa den gleichen Durchmesser wie der Kopf einer Meccano-Schraube. Acht kurze Meccano- Schrauben werden mittels Muttern auf einem Buchsrad befestigt. Über die Schraubenschäfte sind die kleinen transparenten Meccano- Kunststoffhülsen (59c) gestülpt, in die die Magnete eingedrückt werden. Sie "kleben" dann natürlich an den kurzen Schrauben des erwähnten Buchsenrades. Dieses Buchsenrad mit den montierten Magneten stellt die Antriebseinheit dar und ist auf der Welle mittels Stellschraube arretiert. Eine kleine Meccano-Plastikdistanzhülse (38b) und eine Meccano- Unterlegscheibe (38) bilden den richtigen Abstand zur angetriebenen Baukomponente. Ein Buchsrad wird mit acht längeren Meccano-Schrauben (111) bestückt und mit Muttern fixiert, ein weiteres Buchsenrad wird am äussersten Rand der Schraubenschäfte mit Muttern befestigt.

Die angetriebene Komponente ist im Gegensatz zur antreibenden lose auf der Welle, auf keinerlei Weise fixiert. Der erwähnte Plastikring und die Unterlegscheibe verhindern ein festes "Ankleben" der beiden Komponenten durch die Magnetkraft; der Abstand beträgt ca. 1 mm.

Dreht man am Handgriff, setzt sich der ganze Mechanismus in Bewegung, d.h die beiden Schwungräder werden problemlos mitgenommen. Stoppt man den Handgriff plötzlich, so laufen die Schwungräder noch aus.

Aber es ist ein faszinierendes Betätigungsfeld, in der Meccano-Welt meines Wissens praktisch noch "unerforscht". Viel Spass beim Pröbeln!

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Abb. 3