Bulletin 58/2007

     

Hanomag und Smart      Wechsel-Lade-Kipper      Kletterkran von Stokys      Der Zirkus kommt

Hanomag und Smart: Zwei Zweisitzer
Von Ansgar Henze, AMS

Ihre Vorbilder stammen aus den 20er- und 90er-Jahren. Ich erinnere mich, dass ich etwa 1935 mit Vetter Franz über die Dörfer tuckerte, um Zwetschgen zu kaufen. Da ich noch ein schmales Bürschchen war, passte ein ziemlich grosser Korb auf meinen Schoss. Einen Gepäckraum gab es in dem winzigen Gefährt nicht. Vorne war gerade mal Platz für die Beine, hinten füllte ein Zweitaktmotor mit einem Zylinder und 500ccm Hubraum den Raum aus. Der Wagen hatte kein Differential, leichte Speichenräder und eine Lampe vorne in der Mitte, wie ein Motorrad.

Hieran erinnerte ich mich, als meine Enkelin Viktoria mit der Bitte zu mir kam: „Opa, kannst Du mir einen Smart bauen?“ Meine Antwort: „Ja, aber mit Kompro­missen.“ Beide Autos hatten die gleiche Problematik: Viele Rundungen. Da kam mir ein Meccano-Karton mit flexiblen Teilen entgegen und meine langjährige Erfahrung im Bau von Kutschen: Mit Sperrholz kann man jede Rundung sägen und mit Stokys-Elementen biegen.

Es ist unwichtig zu sagen, welches Chassis aus Märklin- und welches aus Walther-Stabil-Teilen gebaut wurde. Die blauen Speichenräder stammen aus einer Oldtimer-Serie aus holländischer Produktion, ca. 1970.

Hanomag und Smart haben die typischen Merkmale meiner Autos: Vorschriftsmässige Lenkgeometrie für enge Kurven, Geländegängigkeit und eine zweite Lenkmöglichkeit auf dem Dach für kinderfreundliche Handhabung. Für Viktoria ein Weihnachtsschenk, für - mich eine zu Blech gewordene  Erinnerung

 

Wechsel-Lade-Kipper am Fusse des Brienzer Rothorns
Von Franco Richner , AMS

Wie bringt man einen Muldenkipper mit dem Brienzer Rothorn in Verbindung, mag man sich fragen. Doch wer die Nordseite dieses Gebirgszuges kennt, der könnte da wohl schnell eine solche Beziehung herstellen: Geröll über Geröll (wie so häufig in unserem so prächtigen Gebirge), im Prinzip geeignetes Ladegut für einen Muldenkipper.

Vor einiger Zeit bat unser Präsident die AMS-Mitglieder, Arbeiten aus Stokys, Meccano und Märklin für das Spielzeugmuseum Angela Prader in Davos zur Verfügung zu stellen. Ich fand diese Idee grossartig. Als Stokys-Fan sagte ich natürlich sofort zu und verschenkte mehrere, bereits seit längerem erstellte grosse und kleine Modelle.

Bei einem Höck in Baden brachte mir Paul die vierseitige Bauanleitung der Firma Stokys EIKO AG Metallspielwarenfabrik Nr. 2205 für den Bau eines Wechsel-Lade-Kippers: Spontan sagte ich zu, dieses Modell zu bauen und ebenfalls dem Museum zu schenken. Jetzt also treten die eingangs erwähnten Geröllhalden des Brienzer Rothorns wieder ins Bild: Bei einem Glas Wein sitze ich auf der Terrasse unseres Ferienhauses in Sörenberg. Eine wahrhaft prachtvolle Rundsicht bis hinüber zur Schrattenfluh. Immer, wenn ich besondere Arbeiten erledigen möchte,  zieht es mich  nach  Sörenberg. Die Ruhe und die Motivation sind einmalig. Dort habe ich also den Wechsel - Lade - Kipper von  Stokys zusammengebaut und erfreute mich am gelungenen und schönen Ergebnis. Nun  steht es zusammen mit meinen anderen Modellen wie Dampfwalze, Gattersäge, Bagger, usw. im Spielzeugmuseum in Davos.

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Zum Kletterkran von Stokys
Von Markus Zanelli, AMS

Bauanleitung SM 01, AMS-Bulletin 56/06

Vorbemerkung: Grundsätzlich ist die Anleitung klar und der Bau bereitet keine nennenswerten Schwierigkeiten. Das hier abgebildete Modell weist ein paar geringfügige Abänderungen auf, die nachstehend beschrieben werden.

Kranfuss: Anstelle der U-Schienen G13 sind hier vier Platten P35 und in den Ecken die Füsse G03 verwendet worden, was dem Kranfuss ein robusteres Aussehen verleiht. Das untere Turmende kann statt mit Achsen W13 auch mit langen Schrauben (aus S99, Schraubensortiment mit Längen 30-45 mm) befestigt werden. Der Zwischenraum lässt sich statt mit Stellringen auch mit Meccano-Plastikringen ausfüllen. Die Schrägverstre­bungen des Kranfusses mit dem festen Turmteil stossen auf Schwierigkeiten, wenn man Achsen W14 verwendet; statt lange zu pröbeln, schneidet man sich Achsen auf die passende Länge zurecht.

Geländer rund um das Maschinenhaus: Mit langen Schrauben (Kopf unten)  aus S99 lässt sich das Geländer wesentlich vereinfachen: Es sind nur noch zwei Kupplungen K13 (statt vier) und zwei Stellringe K11 (statt acht) erforderlich

Drehvorrichtung: Beim Drehlager können statt der Stellringe K11 Meccano-Ringe aus Plastik verwendet werden. Um dem Kronenrad Z61 mehr Halt zu geben, sollte ein zweites Ritzel Z01 lose auf der Achse sitzen.

Zusammenbau der Turmteile: Die Geländerbänder des verstellbaren Turmteils sind so zusammenzubauen, dass die Feststellachse zwei Turmseiten erfasst. Übrigens: Für den Bau der Turmteile sind auch die Winkelgeländerbänder G33 verwendbar.

 

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Der Zirkus kommt!
Von Christoph Schörner, AMS

Auf die Idee, dieses Modell zu bauen, bin ich gekommen, als ich der Frage nachging, was man denn mit dem bekanntermaßen reichlich farbenprächtigen (und bei mir reichlich vorhandenen) Merkur-Material anstellen könnte: Da der Zirkus bunt ist, lag dieses Thema nahe. Jedoch hatte das Merkur-System  zumindest noch einen weiteren Vorteil zu bieten: Das „Grundmass“ des Modells beträgt 15 Loch, eine Länge, die hier (wie auch bei anderen 10­mm-Systemen) zu den Standardlängen gehört und m. E. sehr glücklich gewählt ist. Sie taucht bei meinem Modell als Fahrzeugbreite, Höhe der Fahrerkabine, Länge und Breite der Ladefläche sowie Länge der „Schnauze“ auf. Dass hier das Motorgehäuse genauso lang ist wie die Ladefläche, verdeutlicht den Sinn und Zweck des Vorbildfahrzeugs: Es sollte vor allem am Haken schleppen, nicht auf dem „Buckel“!

Ein paar Details seien noch erwähnt: Die Kotflügel bestehen aus sehr eigenwilligen, offenbar in erster Linie für diesen Zweck gedachten Teilen aus einem russischen 10­mm-System namens „Konstruktor“. Es handelt  sich um einseitig  abgewinkelte,  zusätzlich  in einem stumpfen Winkel gebogene Breitflachbänder. Die gleichen Teile habe ich auch für die Motor-Attrappe verwendet. Einige Nickelteile stammen von Construction, z. B. die Flachbänder für die Hinterachs-Blattfedern. Da es bei Merkur für die grünen 6-cm-Räder keine Reifen gibt, musste ich auf handelsübliche Dichtungsringe zurückgreifen. (Hoffen wir, dass unser Zirkus-Chauffeur mit diesen Null-Profil-Reifen in keine Polizeikontrolle gerät!) Die Vorderachsschenkel hingegen sind original (Merkur-Teil 2130). Wie seine Vorbilder, mit denen sicher die vielfältigsten und nicht selten recht verwickelten Rangieraufgaben zu bewältigen waren, besitzt auch mein Modell vorne eine zweite Anhängekupplung. Der Anhänger ist ein simples Gehäuse mit drehbarer Deichsel bzw. Pendelachse vorne sowie einer Starrachse hinten. Die beigefarbenen Flach- und Bogenbänder (Gardinen!) stammen aus dem Flugzeugbaukasten „Kitty Hawk“ von Merkur.  Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieses Projekt vor allem als eine vergnügliche Spielerei mit den Farben und Formen von Merkur seinen Reiz hatte. Inzwischen hat sich das Gespann aber auch als effektives und bei Besuchern beliebtes „Übungsgerät“ für die hohe Kunst des Rangierens bewährt; mit einem zweiten Anhänger wäre jetzt natürlich das diesbezügliche Anspruchsniveau noch zu steigern. Den wird es aber vermutlich nicht mehr geben, denn von den bunten Farben habe ich jetzt erst mal genug ……

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