Pneumatisch getriebener Tieflöffelbagger (Bulletin 61/2008)

Eine Anwendung von ORSTA-Bauelementen

Von Wilfried von Tresckow, AMS
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Zum ehemaligen DDR Metallbaukasten CONSTRUCTION®, heute im Handel eitech®, wurden ergänzend zu den mechanischen und elektrischen CONSTRUCTION®-Baukastenelementen zwei systemkompatible Pneumatik-Kästen  für den Bau von Steuerungen und Antrieben angeboten: Diese beiden ORSTA-Kästen „p01“ und „p02“   wurden vom VEB Hydraulik Dippoldiswalde gefertigt. Man beachte: Ein Hydraulik-Hersteller lieferte Modell-Pneumatik! In diesem Artikel geht es darum, mit  diesen Pneumatikelementen die Hydraulik des Vorbildes darzustellen.

 

 

Entsprechend des eitech®-Vorlage-Modells eines Tieflöffel-Baggers von unserem Schrauber-Kollegen Martin Kraska war es schwierig, dieselbe Baugröße mit halbzölligen Systemteilen von Märklin, Meccano, Metallus, Stokys hinzukriegen.   Bewusst sei hier nur das Fahrgestell oberflächlich gestreift. Die Ketten stammen von bruder®. Sie sind aus Plastik. Das Märklin-Universalzahnrad 10914 greift passgenau in die Kettengliederscharniere ein.

 

 

Dass der  Rahmen des Baggergehäuse-Grundgestells 16-Loch lang x 13-Loch breit misst – im Märklin System eher seltenere Lochlängen -, ist bedingt durch die vorher erwähnte Übernahme der Proportionen bzw. Abmessungen des aus metrischen CONSTRUCTION®-Teilen gebauten Vorbildmodells. Gleiches gilt für den Ausleger, der in Ermangelung solcher Teile bei Märklin mit schmalen Flachbändern von Metallus geschraubt wurde. Darin erschöpfen sich dann aber schon die Gemeinsamkeiten mit Martin Kraskas Modell.

 

 

Bei seinem Bagger sorgt nämlich nur ein Luftverdichterkolben für den Arbeitsdruck, weil sich sonst am Original-ORSTA-Druckluftkessel das sehr empfindlich eingestellte  Sicherheitsventil öffnen würde. Bei meinem Nachbau treibt ein gewöhnlicher Meccano-Motor mit Vorsatzgetriebe die in  Boxeranordnung arbeitenden zwei Verdichterzylinder.

 

 

Sie speisen den kleinen, von irgendeiner Dampfmaschine stammenden Kessel. Und selbst wenn dieser ziemlich hohen Druck hat, "stampft" der Motor munter weiter. Neben dem Motor trägt eine Brücke die mit dem Kessel verbundenen Drosselventile (nicht jeder Arbeitszylinder braucht den gleichen Druck!). Die Drosseln haben mit den nachgelagerten drei Wegeventilen und diese wiederum mit den jeweils von ihnen angesprochenen Arbeitszylindern  Schlauchverbindungen.

 

 

So können – genügend Luftdruck im Kessel vorausgesetzt – die klassischen drei Bewegungen synchron ausgeführt werden:

  • Heben/Senken des Auslegers
  • Strecken/Anziehen des Löffelstiels
  • Kippen des Löffels

 

Dass die Arbeitszylinder am Ausleger ziemlich schaffen müssen und ihnen bei Druckabfall – z.B., wenn ein anderer Zylinder gleichzeitig bewegt wird – im  wahrsten Sinne des Wortes "die Luft ausgeht", hat mich auf die Idee gebracht, den Ausleger mit einer starken Feder zu stützen.

 

 

Effekt: Der schwere Hebelarm des Auslegers ist  gewichtsmäßig   "neutral".  Die  Arbeitszylinder haben so  keine Mühe, die Stellung zuhalten, auch bei weniger Druck. Ähnlich bin ich verfahren mit dem Löffelstiel. Zwei Zugfedern helfen, beim Strecken bzw. Ausfahren des vorderen Stiels das extreme Ungleichgewicht zwischen den beiden Hebelarmen abzuschwächen.

 

 

Die Baggerschaufel – an ihren Wangen leichtnachbearbeitet und in Form eines Tieflöffels gebracht – stammt aus dem Märklin Themenkasten 1055 Baufahrzeuge (orange Serie) und wurde farblich angepasst.

 

 

Im Übrigen gab ich dem Bagger einen aufladbaren Akku,damit er "von der Leine kommt". Der Bagger passt maßstäblich genau zu meinem lange schon vorhandenen Drehschemeltieflader und dessen Faun-Zugmaschine.

 

 

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