Überlagerungsgetriebe (Bulletin 68/2012)

von Peter Zobrist und Peter Hartmann
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Überlagerungsgetriebe von Peter Zobrist

Bei Fahrzeugen mit Ketten oder nicht lenkbarenRädern (Baustellen-Fahrzeuge) wird ein Antrieb verlangt, der unterschiedliche Drehzahlen für die linken und rechten Antriebsräder abgeben kann, um ein Richtungsänderung zu erreichen.

Für diese Anforderung gibt es verschiedene Lösungen. Die einfachste Variante ist die Verwendung eines einzelnen Differentialgetriebes (z.B. wie in Personenwagen oder Lastwagen verwendet) mit einzel ansteuerbaren Bremsen an den Ausgängen des Differentialgetriebes. Effektiver sind dann die sogenannten Ueberlagerungsgetriebe wie z.B. das System Gleasman (von Peter Hartmann mit MECCANO realisiert und beschrieben in AMS-Bulletin 48/2008).

Weitere Varianten von Ueberlagerungs-getrieben habe ich im Internet gefunden. Die nachstehend gezeigten Ueberlagerungsgetriebe enthalten zwei Planetengetriebe oder zwei Differential-Getriebe und einen Getriebeteil, der die Ueberlagerung bewirkt, und verlangen zwei Eingänge (Antrieb und Lenkung) wie beim System Gleasman.

Verwendung von Ueberlagerungsgetrieben: Pistenfahrzeug, Bulldozer, Raupentraktor, Panzerfahrzeug mit Ketten.

Bild 2: Prinzipieller Aufbau eines Ueberlagerungsgetriebes

Bild 1: Gleasman-Getriebe (Quelle: Popular Mechanics, US-Amerikanisches Magazin)

 

Bild 3: Weiterer prinzipieller Aufbau einesUeberlagerungsgetriebes

Mein Modell eines Raupenfahrzeug-Unterbaus mit Ueberlagerungsgetriebe

Zum Aufbau des Modells: Der Elektromotor A treibt über das Ritzel und das Kronenzahnrad die inneren Kegelzahnräder des Differentials an (Pfeile auf dem nächsten Bild). Die Kegelzahnräder im Käfig des Differentials übertragen die Kraft auf die Kegelzahnräder, die mit der Abtriebswelle verbunden sind und treiben damit die Raupen an. Die Käfige der Differentiale werden vom Motor B angetrieben, wenn eine Richtungsänderung erwünscht wird. Der zweite Motor muss rechts- oder links herum laufen, je nachdem ob nach links oder nach rechts gefahren werden soll. Wenn nur der zweite Motor läuft, dreht das Fahrzeug an Ort.äussere Kegelräder, verbunden mit den Wellen, die zur Raupe führen.

 

Bild 4  Uebersicht

Bild 5
äussere Kegelräder, verbunden mit den Wellen, die zur Raupe führen 

Überlagerungsgetriebe von Peter Hartmann

Nachfolgend wird eine Variante des von Peter Zobrist beschriebenen Überlagerungsgetriebes gezeigt, bei dem an Stelle von Differentialen Planetengetriebe verwendet werden, wie es Abb. zeigt.

1

Maxon-Motor mit Untersetzungsgetriebe als Fahrmotor.

2

Bühler-Motor mit Untersetzungsgetriebe als Lenk-Motor.

3

Durchgehende Welle, verbunden mit den Sonnenrädern und Kegelrad 7

4

Schnurlaufrad mit Pneu, Märklin Nr. 10350, darauf verschraubt zwei Gewindestifte #115 für die Planetenräder.

5

Zahnräder (75 Zähne), Märklin Nr.10575, lose auf Welle 3. Durch Mitnehmerstift (lange Schraube)
jeweils mit Hohlrad 6 gekuppelt.

6

Kunststoff-Hohlrad Meccano, #187c, lose auf Welle 3.

7

Kegelrad, Stokys Z32.

 

Wirkungsweise des Getriebes:

Motor 1 EIN

Motor 2 AUS

Grüne Welle mit beiden Sonnenrädern wird in Drehung versetzt. Planetenräder rollen an den ruhenden Hohlrädern ab und bewegen die Planetenträger (rote

Märklinräder). Beide drehen mit gleicher Drehzahl®  Fahrt geradeaus.

Motor 1 AUS, Motor EIN

Hohlräder drehen sich in entgegengesetzten Richtungen. Planetenräder

rollen an den beiden ruhenden Sonnenrädern ab und bewegen die beiden

Märklinräder in entgegengesetzten Richtungen:  ®  Drehen an Ort

Beide Motoren  EIN

Kombination der beiden oben beschriebenen Bewegungen:  ®  Kurvenfahrt.
Der Kurvenradius hängt vom Drehzahlverhältnis der beiden Motoren ab.

Detail eines Planetengetriebes (Bild 8)

Bild 6 Getriebe von Peter Hartmann

 

Bild 7 Wirkungsweise des Getriebes

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