Traktor mit Heuwagen   
(Bulletin 75/2016)
von Fritz Sommer, AMS
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Täglich sieht man solche Fahrzeuge auf den Strassen, manchmal mit allen möglichen farbigen PWs der gleichen Marke beladen.Mir war es wichtig, eine Palette von verschiedenen Fahrzeugen als Ladung zu konstruieren.

Die Daten für den LKW habe ich von einem Jung-Chauffeur erhalten, der gerade seine Prüfung als Lastwagen-Fahrer für Spezialtransporte bestanden hat. Maximale Länge: 18.75 m, der Überhang nach vorne darf 0.50 m und nach hinten max. 1.10 m betragen. Die Breite ist 2.55 m und die Höhe maximal 4.00 m. Als Massstab wählte ich dann 1:12,5.

Einige der Modellautos sind ohne Lenkung und nur als „Dekoration“ gedacht.

Ich habe für den LKW und den Anhänger je einen Motor eingebaut. Durch Umschalten kann die vordere oder hintere Spindel separat bewegt werden. In der Kabine ist ein 12-Volt-Akku eingebaut. Die Rampen für den Auf- und Ablad  konnte ich leider nicht hydraulisch machen. Nicht Jeder muss das Rad gleich nochmals selber erfinden und so diente mir ein Modell aus einer Meccano-Anleitung eines Kastens Nr. 3 von 1954 als Baugrundlage für mein Erstlingswerk in Meccano (Bild 1). An diesem Modell gefielen mir die realistischen  Proportionen und die Möglichkeit, einen Magic-Motor einbauen zu können.

Vorbelastet durch meinen bisher ausgeübten Beruf als Maschinenmechaniker, wo ich „echte“ Maschinen zum störungsfreien Laufen bringen musste, reizte es mich, dem kleinen Modell möglichst viele Funktionen einzubauen und den Gesamteindruck entsprechend zu verbessern.

Zuerst musste eine Lösung gefunden werden, um den ausserhalb des Fahrzeugrahmens liegenden Riemenantrieb unsichtbar zu machen. Dazu wurde der Antrieb ins Innere des Rahmens verlegt (Bild 2).

Ein unhaltbarer Zustand bestand in der Tatsache, dassdas Fahrzeug zum „Rangieren“ wegen dem dauernd eingekuppelten Fahrantrieb nichtfrei hin- und hergeschoben werden konnte. Um dieses Problem zu lösen, konstruierte ich einen Fahrhebel, der bei Bedarf über einen Spannhebel mit Rolle den Primärriemen am Magic-Motor spannt. So kann der Fahrantrieb auch bei bereits laufendem Motor weich zugeschaltet werden (Bild 3). Etwas knifflig war die Aufgabe, einen in der Länge passenden Treibriemen herzustellen. Dazu fertigte ich mir ein Schneidwerkzeug mit einer Rasierklinge an, wo die O-Ringe absolut sauber und winkelrecht zugeschnitten werden können. Mit Sekundenkleber werden sie dann in einer rechtwinkligen Nute in einem Kunststoffklotz zusammengefügt (Bild 4). Die Klebestelle wird bei Bedarf noch mit feinem Schmirgelpapier verputzt und ist danach kaum mehr zu sehen und sofort zu 100% reissfest. Damit bei entspanntem Riemen nicht trotzdem zu viel „Grip“ entsteht, muss er  beim Einbau noch mit synthetischem Fett „Klüber NBU15“ geschmiert werden.

Völlig unbefriedigend war die vorgeschlagene „Ganzachslenkung“ mit Schnurbetätigung, mir schwebte eine echte Achsschenkellenkung vor, bei der das kurveninnere Rad wie in der Realität stärker eingeschlagen wird als das äussere. Die Lösung fand ich im Prinzip einer längsliegenden Zahnstange, welche über einen Zug- und Schiebehebel den linken Lenkhebel und die gekröpfte Spurstange bewegt. Die Zahnstange musste teilweise abgefeilt werden, sie ist durch Anschläge gegen „Überlenken“ gesichert (Bild 5). Ein besonderes Problem bestand darin, dass eine Meccano-Schraube in einem Meccano-Loch zu viel Spiel hat, um bei den kurzen Hebelarmen ein präzises Ansprechen der Lenkung zu ermöglichen. Die Aufgabe wurde gelöst, indem ich als Spielausgleich eine Windung einer Schraubenfeder im Freiraum einsetzte (Bilder 6 und 7).

Der Einschalthebel des Motors lässt sich beim Originalmodell nicht betätigen, und so habe ich einen Winkelhebel konstruiert, der sich von aussen bedienen lässt. Ein „Oelfilter“ dient als Anschlag gegen das Überschalten. Um die Wartungsfreundlichkeit zu verbessern, kann die Motorhaube geöffnet werden. Nicht fehlen durfte die Imitation eines 3-Zylindermotors auf der rechten und eines Luftfilters auf der linken Seite des Traktors (Bilder 8 und 9).

Um den Komfort für den Fahrer markant zu verbessern, wurden ein Bodenblech, Trittbretter und ein gefederter und gepolsterter Fahrersitz montiert. Mitfahrer benützen Notsitze auf den Kotflügeln. Da der Traktor eine automatische Kupplung besitzt, musste nur ein Gas- und ein Bremspedal montiert werden. Etwas mühsam für den Fahrer dürfte die Tatsache sein, dass die „Heckhydraulik“ mit Muskelkraft betätigt werden muss (Bild 10).

Am Anhänger wurden zur optischen und funktionellen Aufwertung richtige Räder und Kotflügel sowie eine Parkstütze montiert. Vorne am Traktor wurden eine Anhängerkupplung und Scheinwerfer montiert (Bild 11).

Kurz vor Fertigstellung des Modells habe ich in einem Brockenhaus noch farblich und in der Grösse passende Räder und ein Lenkrad von Eitech gefunden. Überraschenderweise passten dann auch noch die ersten Stokys-Pneus mit dem groben Profil auf die hinteren Felgen!

Um den Gesamteindruck abzurunden, habe ich verschiedene Teile neu lackiert. Es wurden Bauteile von Meccano, Märklin, Stokys und Eitech verbaut.

Bild 11

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Bild 1   Vorlage für den Bau

 

Bild 2


Bild  3

Bild  4

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Bild 8

Bild 9

Bild 10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 4: Ladung 4