AMSclub Bulletins Beiträge
Getriebe für Greiferkran
aus Bulletin 54/2005
von Paul Gisi (AMS 110) und Peter Hartmann (AMS 90, lsoMec-Zeichnungen)
Nachdem ich einen grossen „Block-setting-Kran“ konstruiert hatte, wollte ich einen Hafenkran bauen. Die Kräne mit ihren Storchenschnabel-Auslegern faszinierten mich sehr. Aber der Mechanismus des Greifers hielt mich zurück. Ein Kran mit einem gewöhnlichen Haken war mir dann aber doch zu einfach. Da sah ich im Bulletin 43/99 einen Beitrag von Prof. Georges Spinnler (AMS 10). Auf Seite 32 ist das Getriebe für einen Greifer-Kran, eine sogenannte Zwei-Motoren-Greifer-Winde, abgebildet. Das war genau das Richtige für mich!
Das Getriebegehäuse besteht im Wesentlichen aus zwei horizontalen Grundplatten No. 52, an welchen drei senkrecht stehende Lochplatten No. 70 – links und rechts sowie in der Mitte – befestigt sind. Auf weitere Details des Gehäuses kann hier nicht eingegangen werden.
Motor 1 (Märklin No. 1022) treibt über zwei Schnurlaufräder (Abb. 2) eine Schnecke (No. 32) an. Das von dieser Schnecke angetriebene Ritzel (No. 26b) treibt, wie auf Abb. 3 zu sehen ist, über drei weitere Zahnräder die Seiltrommel 1 an.
Über ein Zwischenritzel (19z) wird ein zweites Zahnrad (95z) angetrieben, welches über ein mit dem Zahnring No. 180a gebildetes Planetengetriebe (Abb. 3 und 6) und zwei 38z-Zahnräder die Seiltrommel 2 antreibt. Die Übersetzungen sind so gewählt, dass sich beide Seiltrommeln – sie haben beide den gleichen Durchmesser – gleich schnell und in die gleiche Richtung drehen.
Für das Öffnen und Schliessen des Greifers dient ein zweiter Motor (Märklin No. 1022). Dieser treibt über zwei Schnurlaufräder (nicht gezeichnet) eine Schnecke an, welche in ein Ritzel (19z) No. 26b eingreift, welches den Zahnkranz No. 180a (aussen 95z, innen 57z) und somit auch den Planetenträger in Bewegung setzt. Über die beiden 38z-Zahnräder wird dann die zweite Seiltrommel angetrieben. Beim Öffnen, bzw. Schliessen dreht sich die Seiltrommel 2 jeweils dreimal, bedingt durch den fünffachen Flaschenzug im Greifer. Bei diesem Getriebe vollzieht sich das Öffnen und Schliessen völlig unabhängig vom Heben und Senken des Greifers.
Damit sich die Schnüre nicht verheddern, braucht es End-Abschalter. Auf der in der IsoMec-Zeichnung oben rechts gezeichneten Lochscheibe No. 109 sind gebündelt je 5 Flachstücke No. 10 einmal innen und einmal aussen gegenüber liegend montiert. Sie dienen zur Betätigung der Endabschalter. Wegen des Betriebs mit Gleichstrom ist in jedem End-Abschalter eine Diode eingelötet.
Beim Probelauf habe ich nun festgestellt, dass sich die unteren Kanten der Greifer-schaufeln beim Schliessen etwa 1 cm vom Boden abheben. Dadurch ist ein einwandfreies Arbeiten unmöglich. Das gleiche Problem hatte Kollege Jürg Kuhn (AMS 113) mit dem Kohlenlader, wie er es in den Bulletins 40/98 und 45/00 beschrieben hat. Darum habe ich einen weiteren Mechanismus eingebaut: Auf derjenigen Welle, auf der die Planscheibe No. 109 sitzt, ist ein zusätzliches Ritzel No. 26c montiert. Dieses greift in ein Zahnrad No. 27d ein, welches oberhalb auf einer Welle angebracht ist. Auf derselben Welle ist auch ein Exzenter No. 130 (mitt-lerer Hub) montiert, der beim Öffnen des Greifers einen Rahmen mit zwei Seilrollen No. 22 nach oben stösst, wodurch die Tragseile „verkürzt“ werden (siehe Abb. 4 und 5). Beim Schliessen des Greifers „verlängern“ sich die Tragseile automatisch. Die zwei hinteren Seilrollen auf der Achse des Drehpunktes dienen nur der besseren Seilführung auf der Seiltrommel.